Statt 20 reisen 4 Kisten mit Material nach Ikoma

Published by Hansjörg Enz on

Wenigstens die Schulbücher gelangen nach Ikoma

Es wäre so schön gewesen: 20 Kisten mit Schulbüchern, Lernspielen, Druckern, Kleidern reisen im Container der Schweizer Hilfsorganisation Mission am Nil (https://www.mn-international.org) nach Bukavu. Die Kisten waren bereit, der Tag im Februar, an dem wir de Kisten zum Verladeort bringen wollen, war bestimmt. Dann der Anruf von Alain Haudenschild, der das Berufsbildungsprojekt der Mission am Nil in Bukavu betreut: Der Container kann nicht geschickt werden, Bukavu ist von der M23 erobert worden, wir wissen nicht, wie es weitergeht. Und so kamen die Kisten bei uns in den Keller

Weil auch jetzt nicht klar ist, ob und wann der Container reisen kann, beschlossen wir im Juli, wenigstens die Schulbücher in den Kongo zu schicken. Solche Schulbücher haben unsere Lehrer kennen gelernt vor etwa 10 Jahren bei Kursen in Kinshasa in der Schule La Gazelle, gegründet von der Schweizer Lehrerein Heidi Kabangu. Unsere Lehrer*innen fragten uns seit langem, ob wir ihnen nicht solche Lehrbücher beschaffen könnten für den Französisch- und den Mathe-Unterricht. Wir fanden sie in einer grossen Buchhandlung in Strassburg, liess dann 240 Schulbücher nach Konstanz schicken. So profitierten wir von europäischen Preisen, die gleichen Bücher hätten in der Schweiz das Doppelte gekostet. Nachdem endgültig klar war, dass der Container sicher nicht bis Schulanfang Mitte September in Bukavu sein kann, beschlossen wir, die Bücher per Post zu schicken

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Da möglichst viele Spenderfranken unserer Schule zugutekommen sollen, suchten wir nach der günstigsten Möglichkeit, die vier Kisten mit Schulbüchern zu verschicken. Die Schweizer Post verlangt dafür die 80 Kilo 4×247, also fast Tausend Franken. DHL Deutschland macht den gleichen Transport für 4×100.99 Euro, also etwa 370 Franken. Da wir nahe an der Grenze wohnen, haben wir die Pakete am 23. Juli nach Konstanz gebracht und sie nach Ruanda schicken lassen. Nach Ruanda deshalb, weil auch das DHL Büro in Bukavu seit der Eroberung durch die M23 geschlossen ist.

Geöffnete Kisten am Zoll in Bukavu, WhatsAbb-Bild von Bertin

Schon am 13. August kamen die Pakete in Cyangugu, dem Grenzort zu Bukavu, an. Dort holte sie Bertin, unser Gewährsmann Mann vor Ort am 20. August ab. Nach vier Stunden Warten und geschicktem Verhandeln, war der Zollboss der M23 statt mit 200 schliesslich mit 40 Dollar zufrieden. Jetzt sind die Bücher bei Bertin zu Hause. Wie kommen sie nach Ikoma? Wohl mit Motorrad Taxis, sofern einige Fahrer den Mut haben in die Gegend von Ikoma zu fahren. Die letzten Kilometer – meint Bertin – legen die Bücher dann auf dem Kopf von Frauen zurück, die gelernt haben auch 20 Kilo auf dem Kopf zu tragen.

Kaum hatten wir dem Schulteam per WhatsApp mitgeteilt, dass die Bücher angekommen sind, schickten sie Dank-Messages.