Wie gefährlich ist die grassierende Ebola-Variante?
Published by Hansjörg Enz on
Wie werden Ebola-Patienten behandelt?
Am 5. Mai 2026 kommen erste Meldungen über einen neuen Ebola-Ausbruch und zwar aus der Provinz Ituri. Besonders alarmierend an diesem 17. Ebola-Ausbruch im Kongo ist, dass es dieses Mal das Bundibugyo-Variante ist, das sich verbreitet. Frühere Ausbrüche dieser Variante zeigten, dass 30 bis 50% der Erkrankten daran sterben. Gegen das Bundibugyo-Virus gibt es bisher weder Impfung noch spezielle Medikamente. Die Infizierten zeigen in der Frühphase keine Symptome, die speziell auf Ebola hinweisen. Sie sind erschöpft, haben Muskel-, Kopf- oder Halsschmerzen, also Symptome, die auch bei Grippe, Malaria etc. auftreten. In der Frühphase von 3 bis 21 Tage können Infizierte andere Personen noch nicht anstecken. Nach Ausbruch genügen nur ganz wenige Viren zur Ansteckung, zum Beispiel aus dem Blut oder von Speichel. Viren befinden sich dann auch auf Gesicht, Händen der Erkrankten, aber auch auf ihren Kleidern. Nur mit Helferinnen, Verwandte dürfen also nur mit Schutzkleidung mit Erkrankten in Kontakt treten.
Ebola-Behandlung in reichen und in armen Ländern
Auch ein amerikanischer Arzt befand ich unter den etwa 200 gemeldeten Ebola-Erkrankten. Er wurde am 20. Mai mit seiner Familie in einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten nach Berlin geflogen und mit einem Konvoi von 5 Fahrzeugen ins Spital „Charité“ gefahren. Am 22. Mai meldete die Charité: der Vater „zeigt Krankheitssymptome und ist stark geschwächt, er ist momentan nicht kritisch krank“. Das Team, das solche Patienten betreut, benötigt pro 24 Stunden speziell geschulte15 Fachleute. Ehefrau und Kinder des Arztes seien symptomfrei, und befinden sich in einem getrennten Teil in Quarantäne in der Sonder-Isolierstation, einer geschlossenen und geschützten Einheit der Charité. So werden Ebola-Fälle in unserm Teil der Welt behandelt.
Ganz andere Verhältnisse im Kongo. In grossen Städten wie Bukavu und Goma gibt es einfache Isolierstationen. Wer im Dorf, 100, 200 Kilometer entfernt wohnt, hat kaum Chancen auf Rettung. Das Strassensystem im Land ist katastrophal oder nicht existent. Reisen dauern Tage, zudem müssten Erkrankte so geschützt werden, dass sie de Helfenden nicht gefährden.