Unsere Schule im Kampfgebiet

Published by Hansjörg Enz on

Wazalendo terrorisieren Bevölkerung

(Mungombe/hje) Im Februar 2025 hat die Rebellenarmee M23, die von Ruanda unterstützt wird, grosse Teil des Nord- und Südkivu erobert. Unsere Schule liegt seither am Rande des besetzten Gebietes. Dort wird immer noch gekämpft. Die kongolesische Armee ist geflohen, Widerstand leisten seither die Wazalendo. Das sind lokale bewaffnete Gruppen, die Staatspräsident Tshisekedi als Reservearmee anerkennt. Sie unterstehen keiner zentralen Kontrolle, erhalten auch keine finanzielle staatliche Unterstützung. Statt zu einer Hilfe sind sie zu einem Problem für die lokale Bevölkerung geworden, berichtet Bertin Mungombe, unser Gewährsmann vor Ort Mitte Januar.

«Seit einiger Zeit sind in Ikoma junge Menschen zu sehen, die sich als Wazalendo (junge Selbstverteidiger) bezeichnen und im Gebiet Kabare, einem Nachbargebiet von Walungu, Panik und Verwüstung verbreiten. Es sind sehr viele von ihnen. Ihre Anwesenheit verunsichert die Bevölkerung, da bekannt ist, dass sie vom Militär der M23 vertrieben werden.

Bevölkerung flieht vor Kämpfen zwischen Wazalendo und M23

Die Folge: Viele Schüler bleiben der Schule fern. Einige Eltern haben beschlossen, umzuziehen, andere bleiben zu Hause und beobachten zunächst die Entwicklung der Lage. Diese Situation beeinträchtigt die Bildung der Kinder in höchstem Masse. Sie wirkt sich auf das Leben der Menschen in Ikoma aus, die bereits durch wenig produktives Land, eine massive Abwanderung und eine schlechte Verkehrsanbindung aufgrund fehlender guter Strassen verarmt ist.

Ein Lehrer berichtet, dass die Wazalendo die Bevölkerung erpressen. Sie verlangen Steuern von kleinen Händlern, sogar von Passanten, die zum Markt in Mugogo wollen. Es vergeht keine Woche, ohne dass man das Knallen von Schüssen hört. Manchmal werden die Häuser von Vertriebenen von diesen bewaffneten und fast unkontrollierten Jugendlichen geplündert oder besetzt»