Zu Besuch in der Schule in Ikoma

Am Dienstag, 2. Februar 2016 machten sich Bruno Fink, Hansjörg und Anita Enz mit den neuen Koordinator Fiston Maheshe auf den Weg nach Ikoma. Nach einer abenteuerlichen Fahrt auf „typisch kongolesischen“ Strassen“ – glitischig und matschig vom täglichen Regen – kamen wir später als erwartet in der Schule an. Es blieb gerade noch eine halbe Stunde, um einen Blick in die mit Schülern überfüllten Schulzimmer zu werfen und den Unterricht zu verfolgen.

Ab 2012 begannen wir, in Ikoma Land zu kaufen für einen Schulgarten. Die Lehrpersonen erhielten die Möglichkeit, dort den obligatorischen wöchentlichen Halbtag Praxisunterricht durchzuführen. 2013 bekamen wir Geld von der Stadt Frauenfeld. Wir kauften mehr Land und bauten einen Stall. Langfristiges Ziel war es, mit Aufzucht von Tieren und Verkauf von Früchten und Gemüsen Geld zu verdienen, das der Schule zukommen sollte. Ein drittes Ziel war es, den Eltern eine Chance zu geben, mit Arbeit in der Landwirtschaft Schulgeld für die Kinder zu verdienen. 2014 stellten wir einen Koordinator ein, 2015 einen jungen Agronomen, um diese Ideen umzusetzen.

2016 Neustart und letzte Chance?


Bereits im letzten Jahr zeigte sich, dass die Chemie unter dem Personal nicht stimmte. Es gab Monate, während denen der Koordinator weder mit dem Agronomen noch dem Lehrerteam sprach. Es war deshalb allen klar, dass wir beim Besuch im Februar die Organisation vor Ort würden ändern müssen. Der Besuch auf den Feldern bestärkte uns in dieser Meinung: die Felder waren kaum bebaut, es war nicht klar, wie viele Ziegen wir besitzen, die Drainageleitungen, resp. Entwässerungsgräben waren verstopft. Die Meerschweinchen hatte sich in einem Jahr kaum vermehrt. Uns wurde erklärt, gerade gestern sei ein Hund in den Stall eingedrungen und habe über 20 Meerschweinchen verzehrt (muss ein Riesentier gewesen sein…). Zudem hatte die Landwirtschaft letztes Jahr viel Geld verschlungen und kaum Einkommen generiert. Wir beschlossen, den bisherigen Koordinator von allen Aufgaben zu entlasten, der Agronom arbeitet auf Bewährung weiter.

Neuer Koordinator Fiston Maheshe Bahati


Seit März 2016 hat Fiston Maheshe die Leitung den Bereiches Landwirtschaft im Nebenamt. Im Hauptamt ist er Leiter von FOPAK, einer Dachorganisation von Agroproduzenten. Sein Ziel ist, uns in einem Jahr – also im Frühling 17 – zu zeigen, dass das Agroprojekt zu retten ist.

Fiston hatte im Dezember die Chance uns in der Schweiz zu besuchen. Er war von einer belgischen Landwirtschafts-Organisation eingeladen worden. Wir ermöglichten ihm, uns in der Schweiz zu besuchen. Er sah zum ersten Mal Schnee, arbeitete an einem „Fron“morgen in der Genossenschaft Eisenwerk tatkräftig mit. Am Nachmittag besuchte er den Weihnachtsmarkt in Hüttwilen, wo Frauen des Vereins Maendeleo an einem Stand für unser Kongo-Projekt Selbstgemachtes verkauften.

Ziegen, Meerschweinchen, Bohnen und Kohl



Seit 2011 unterstützt die Stadt Frauenfeld den Verein Maendeleo. So wurde es möglich, ein Agroprojekt zu starten. Der lokale Partner, die Association Milondola, besitzt jetzt ein gute Hektare Land, eine Viertelhektare davon an einem Hang. Dort steht seit diesem Jahr ein Stall für Ziegen und Meerschweinchen. Die Ziegen sind nur nachts im Stall, am Tag treiben unsre Hirten die 30 Tiere auf das Land von zwei Grossgrundbesitzern. Für eine Ziege pro Jahr überlassen sie uns die Nutzung von zwei grossen Grundstücken.
In der fruchtbaren Ebene baut die Association seit letztem Herbst Gemüse an (Bohnen, Kohl, Mais), bald kann sie auch Ziegen und Meerschweinchen (zum Essen) verkaufen. Derzeit ist die Association Milondola daran, eine Verkaufs-Organisation aufzubauen.