{"id":268,"date":"2018-09-04T19:32:28","date_gmt":"2018-09-04T19:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/maendeleo.ch\/wordpress\/?p=268"},"modified":"2023-08-04T14:13:26","modified_gmt":"2023-08-04T12:13:26","slug":"kongonews-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maendeleo.ch\/wordpress\/kongonews-2\/","title":{"rendered":"Arbeitspl\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<h2>Schaffung und Erhaltung von Arbeitspl\u00e4tzen<\/h2>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><b>Im Kongo erhalten h\u00f6chstens 10% der arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung jeden Monat einen Lohn. Die andern \u00fcberleben als Kleinstbauern, Tagel\u00f6hner oder verkaufen Altkleider und chinesische Billigstwaren auf der Strasse. Nach schweizerischen Standards gelten mindestens 50% der arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung als arbeitslos. Mit zinslosen Darlehen, Material, Stipendien versuchen wir zu helfen. Eine Geschichte mit Erfolgen und Entt\u00e4uschungen.<\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><o:p>\u00a0<\/o:p><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><b>Erfolgsgeschichte: Der Schneider Muganza<o:p><\/o:p><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\">Der Schneider Muganza und seine Frau schneidern jedes Jahr 900 Schuluniformen. So haben sie \u00fcber die Jahre 2000 USD sparen k\u00f6nnen. Ein Baumeister versprach ihnen, daf\u00fcr ein Haus aus Ziegelsteinen zu bauen. Muganza brach sein Holzhaus ab und der Baumeister schickte Arbeiter. Einige Monate sp\u00e4ter stand erst das Fundament, der Baumeister stellte seine Arbeit ein mit der Begr\u00fcndung, das Geld sei aufgebraucht. Muganzas gingen zur Bank, sie gab ihnen einen Kredit zum kongo\u00fcblichen Zins von 20%, r\u00fcckzahlbar in einem Jahr. Als Garantie verlangte die Bank sein Grundst\u00fcck. Muganzas bef\u00fcrchteten alles zu verlieren, weil sie kein Geld hatten um Stoff f\u00fcr Schuluniformen zu kaufen. Sie kamen 2016 zu uns und baten um einen Kredit. Wir gaben ihnen 600 Dollar um den Stoff zu kaufen, sie zahlten ihre Raten so p\u00fcnktlich, so dass wir einen Teil der Schulden erliessen.<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><b>Eine halbe Erfolgsgeschichte: Die Band Arc-en-ciel\u00a0<o:p><\/o:p><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\">Prince hat zwei Universit\u00e4tsabschl\u00fcsse gemacht. Wer keine Beziehungen hat und kein \u201esucre\u201c um zu bestechen, kommt kaum zu einer Anstellung. Also hat er sein Hobby, die Musik, zum Beruf gemacht. Er gr\u00fcndete die Band \u201earc-en-ciel\u201c, um damit Geld zu verdienen. Als wir ihn trafen, besassen die Musiker nur gerade zwei Gitarren, alles andere mussten sie mieten, vor allem die Verst\u00e4rkeranlage. Die Miete frass regelm\u00e4ssig die halbe Gage der Band auf, die \u2013 je nach Anlass \u2013 aus 6 bis 11 Musikern besteht. Wir finanzierten eine Verst\u00e4rker-Anlage. In den ersten Jahren zahlte die Band regelm\u00e4ssig Beitr\u00e4ge zur\u00fcck. Dann stockten die Zahlungen. Es gab mehr Bands, die Tanzlokale engagierten einen DJ statt einer Band, im letzten Jahr stieg die Inflation auf 30%, die Leute haben kein Geld mehr um auszugehen. Der Kredit ist erst zur H\u00e4lfte zur\u00fcckbezahlt.<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><b>Eine Entt\u00e4uschung: Der Chauffeur Esp\u00e9rance<o:p><\/o:p><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\">Nennen wir ihn Esp\u00e9rance. Er war Chauffeur und sein Arbeitgeber zahlte w\u00e4hrend 17 Monaten keinen Lohn. Er bat uns um einen Kredit um ein Auto kaufen, das er als Taxi brauchen wollte. Wir kamen \u00fcberein, dass er ein gebrauchtes Auto mit Allrad-Antrieb aus Japan importiert. Weil es eilte, kaufte er dann einen alten Gebrauchtwagen in Bukavu. Zuerst zahlte er regelm\u00e4ssig, dann immer weniger Raten zur\u00fcck. Der Wagen ist nach einem Unfall abbruchreif und steht in einem Hinterhof. Esp\u00e9rance schuldet uns noch \u00fcber 2000 USD. Er hat jetzt einen neuen Job bei einer ONG, wo er gut verdient. Er hat versprochen, seine Schuld zu begleichen &#8211; wir warten.<\/p>\n<p><o:p><\/o:p><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\"><b>Ein Grund f\u00fcr schlechte Zahlungsmoral\u00a0\u00a0<o:p><\/o:p><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: medium; font-family: Calibri, sans-serif; caret-color: #000000; color: #000000;\">Das sind drei Beispiele. Obwohl wir Kredite nur vergaben an Leute, die wir seit l\u00e4ngerem kannten, sind unsre Erfahrungen eher negativ. Das erkl\u00e4rt sich zum Teil durch die Situation im Kongo. Die Menschen haben kein regelm\u00e4ssiges Einkommen. Auch wer eine Anstellung hat, kann nicht damit rechnen, dass sein Lohn bezahlt wird. So erhielten Angestellte der Stadt Bukavu 2016 w\u00e4hrend 7 Monaten keinen Lohn. Zudem sind die L\u00f6hne so niedrig, dass nicht ans Sparen zu denken ist. Um zu \u00fcberleben, m\u00fcssen die Leute alle Verwandten und Bekannten um Hilfe angehen. Das f\u00fchrt dazu, dass alle ein ganzes Geflecht von Schulden und Verpflichtungen haben. Es ist dann nachvollziehbar, dass sie zuerst den Verpflichtungen gegen\u00fcber Leuten in der N\u00e4he nachkommen.\u00a0<o:p><\/o:p><\/p>\n<p>Wir lernen daraus, geben aber weiterhin Kredite und hoffen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaffung und Erhaltung von Arbeitspl\u00e4tzen Im Kongo erhalten h\u00f6chstens 10% der arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung jeden Monat einen Lohn. Die andern \u00fcberleben als Kleinstbauern, Tagel\u00f6hner oder verkaufen Altkleider und chinesische Billigstwaren auf der Strasse. Nach schweizerischen Standards gelten mindestens 50% der arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung als arbeitslos. 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