2 Stundenlauf Frauenfeld

Der Samstag, 14. September 2019 war ein wunderbarer Tag! Ich war Läuferin am Frauenfelder Zwei-Stundenlauf. Die Erweiterung unseres Schulhauses in Ikoma war als zu unterstützendes Auslandprojekt ausgewählt worden. Als Inlandprojekt war der Samariterverein Frauenfeld erkoren worden, der Material für die Samariterausbildung kaufen muss. Über 450 Läuferinnen und Läufer gingen an den Start. Das allein ist schon überwältigend! Am Start hatte ich in dieser Masse zwar fast Zustände, aber das Feld verteilte sich schnell. Das Wetter war schön, blauer Himmel über uns, am Pistenrand tolles Publikum, das uns Laufende anfeuerte. Am besten hat mir die Percussion-Gruppe vor der Badi gefallen, deren Rhythmen voll in die Beine gingen, und das während der vollen Laufzeit. Sie halfen sicher nicht nur mir, motiviert und strahlend auf die nächste Runde zu gehen. 

Vor dem Start hatte ein Gospelchor gesungen, und beim Ankommen gegen 16 Uhr sangen sie wieder – und das, obwohl sie alle auch gelaufen waren. Ich fand das bewunderungswürdig, ich hätte nach meinen vier Runden keinen Ton herausgebracht. Aber dieses Erlebnis ist eben Teil der speziellen Atmosphäre am 2-Stundenlauf in Frauenfeld; nach der Leistung sind alle froh und auch ein bisschen stolz auf sich selber, das gibt eine  frohe und lockere Stimmung. Ein kurzer Film vermittelt einen guten Eindruck davon!

Und wie ist es mir denn auf dem Lauf ergangen? Also, Runde für Runde: die erste Runde lief erwartungsgemäss, es galt, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und einen vernünftigen Laufrhythmus zu finden, was dann auch gelang. Etwa die Hälfte der Runde joggte ich, und hoffte, es so beibehalten zu können. Die Strecke war hübsch, der Murg entlang im Schatten, dann zur SIGG und beim Armbrustschützenhaus wieder durch den Wald zurück. Bei jedem Wechsel des Untergrunds wurde der leichte Joggtrott unterbrochen, daran gewöhnte ich mich nicht so recht. Auf dem Teer sind mir die Füsse fast kleben geblieben. Die zweite Runde konnte ich schneller als erwartet in Angriff nehmen, und es begann heiss zu werden. Immer nach einer halben Runde trank ich Wasser, Tee oder ein isotonisches Getränk und nahm einen Rugeli Banane, wegen dem Magnesium. Ich joggte ganz für mich und ich spürte, wie sich der leichte Trancezustand der langen Distanz langsam einstellte. So verlief auch die dritte Runde recht gut, ich war ganz zufrieden mit mir. Erst in der zweiten Hälfte der vierten Runde meldeten meine Muskeln „sauer!“. Nach einer Stunde und etwa 50 Minuten hatte ich auch die vierte Runde fertig und lechzte nach einem Stuhl! Eigentlich hätte ich noch eine fünfte machen können, aber da hätte ich mich recht quälen müssen. Esther Fink hatte meinen Stuhl im Infozelt für mich frei gemacht, und ich setzte mich erst mal hin.

Ich fragte sie, wo denn Bruno geblieben sei, denn es erstaunte mich, dass ich ihn während der ganzen Zeit nie gesehen hatte. Er hat eine Runde mehr gemacht als ich, also müsste er doch einmal an mir vorbeigelaufen sein? Er kam dann nach vier Uhr ins Ziel, so war er wohl einfach immer vor mir her gelaufen, und hatte die fünfte Runde gestartet. BRAVO! Dafür begegnete ich andern Bekannten und konnte mich bei ihnen persönlich für das Mitlaufen für unser Projekt bedanken. Dass alle, auch die vielen Jugendlichen, wussten, für wen und was sie liefen, das hat mich sehr beeindruckt.

Das Infozelt hatte Andreas am Morgen schon aufgestellt, lange Äste eines Haselbaumes versteckten die Eckpfosten. So erinnerte unser Infozelt an das UNO-Plachenzelt, in dem die Schule Milondola vor elf Jahre startete. Wir Frauen im Verein hatten Wimpelketten genäht und das Zelt damit dekoriert, und wir hängten viele Fotos der Schule, der Schülerinnen und Schüler und der Umgebung auf. Damit zogen wir doch einige Leute an, auch auf der Aussenseite. Es seien nicht viele Besucher da gewesen während des Laufs, aber vorher und nachher kamen und schauten sie Video und Fotos. Mit der zweitletzten Kraft half ich dann noch beim Aufräumen der Festbänke und mit der letzten lief ich dann durch die Stadt nach Hause. Erst jetzt spürte ich, dass der Muskelkater meinen Sonntag bestimmen würde! 

Es ist so etwas Seltenes, dass man rundum mit einem Anlass zufrieden sein kann, dieser Zwei-Stunden-Lauf war einer davon. Vielen, vielen Dank allen Beteiligten, Organisatoren, Helfern und Helferinnen, Läuferinnen und Läufern, den Sponsoren – und dem Petrus für das Wetter!

Jetzt gilt es, die Sponsorengelder einzutreiben. Das ist weniger spassig, gehört aber dazu. Das Schöne bis jetzt: Viele runden auf!

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